Fränggische Gedichte

Madla

Secht ner amoll des Madla on,
wie des na Dreher zwerbeln kon.
Es fliegt ja wie a Werbelwind
und setzt die Fieß su sakrisch gschwind.
Ja, wenn mer so an Dreher sicht,
mer gleich a Schneid zem Tanzen kriegt.

Und wie sichs wie a Schnorrgax dreht,
sei Röckla auf und nieder weht.
Und wos do flitzt und wos do glitzt,
a jedes Aag mit Freid derspitzt.
Ja, wenn mer so a Röckla sicht,
mer gleich a Schneid zem Tanzen kriegt.

Und daß der net dei Gaul verreckt,
hot sich do net a Schmätzla gschleckt
der Bu, der mitna Madla tanzt,
und mitna üm die Ecken schwanzt?
Ja, wenn mer so a Schmätzla sicht,
mer gleich a Schneid zem Tanzen kriegt.

Itzt nimm ich mer an Ambaschour
und hul mer gleich zer Extratour
des Madla mit die gschwindn Fieß:
An Fosnetsdreher? Sell is gwieß.
Ja, wenn mer su a Madla sicht,
mer gleich a Schneid zan - Madla kriegt.

 

Franknkind

I bin a richtis Franknkind
Und will nix annersch sei -
Und wenn i hunnert Joahr alt war,
na will is hunnert blei.

I ho en Steigerwald sou garn,
en Wengert und n Mee -
i kann mi ohna dia nit denk,
die sen mei Fräd allee.

I ho mer scha mei Platzla gsücht,
da its sou still bei Tog,
a Träublstöckla it scha dort,
und nam drou löäfft a Boch.

A Lindabamla it a dort,
des blüaht bis dortn schöä,
na lieg i drunt und trem in Tal
von Steigerwald und Mee.

Und wenns mit mir zu End gäh will,
na sog i wia als Bua:
"Begrobt mit nou dan Eckala,
dort kann i racht schöä ruah."



Der Schlosser und sein Gsell

A Schlosser haut an Gsell'n g'hat,
Der haut su longsam gfeilt,
Und wenn er z'Mittag gess'n haut,
Dau ober haut er g'eilt;
Der Eierst in der Schüss'l drin,
Der Letzt ah wider draus,
Es is ka Mensch su fleißi gwöst
Ban Tisch in ganz'n Haus.

Öitz haut amaul der Master gsagt:
Gsell dös versteih i niet,
Es is doch su mei Lebta gwöst
Und, wall i denk, die Ried:
Su wöi mer ärbet, ist mer ah;
Ba dir geiht's nit asu.
Su longsam haut no Kaner gefeilt,
Und ißt su gschwind wöi du.

Ja, sagt der Gsell, dös waß i scho,
Haut All's sein gout'n Grund;
Des Ess'n wöhrt halt goar nit lang,
Die Ärbet verzi Stund.
Wenn Aner möißt den ganz'n Tog
In an Stück ess'n fort,
Töt's aff die Letzt su longsam göih,
Als wöi ban Feil'n dort.


"Dr Herrgott"

E' uralder Mou is er,
mit en lange, schnäeweiße Boert,
der alles sicht und waaß,
hat mir früher
mei' Großmueder verzeiihlt.

I hob's ere glaabt,
lang glaabt,
bis zu denn Dooch,
wu i'en uralde Mou
mit'n lange, schnäeweiße Boert
uff'dr Schtroeße gseeche hob.
Zwische e'boer Soldate
is'er drhittorchlt.
Sie hewe uff'en neiigschlooche
und gschriee:
"Gäehzue und laaf,
du schtinketer Jud!"

Sie hewe'n eiigschperrt,
gfoltert und drangsaliert
und er hat niee gjammert
und kloocht,
aa nit, wu's'en
doetgschlooche hewe.

E' uralter Mou
wäer dr Herrgot,
der alles sicht und waaß,
mit'en lange,
schnäeweiße Boert,
hat mir mei' Großmueder
verzeiihlt.
Und i' hob's gseeche,
wie's 'en doetgschlooche hewe.