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Watzmann - der Berg ruft
Ein Rustikal, frei nach einer Idee von Wolfgang Ambros und Manfred O. Tauchen

Jedes Jahr gibt es in unserer Gegend Veranstaltungen, bei denen man eigentlich nur diejenigen bedauern kann, die nicht dabei gewesen sind. So auch beim „Watzmann“, dem einzigartigen „Rustical“ von Ambros – Tauchen – Prokopetz. Diese Adaption durch das Ensemble aus Ebermannstadt rund um Wolfgang Greiner ist einfach „vom Feinsten“!
Es fällt einem schwer, genügend Superlative zu finden. Man muss es sich einmal vor Augen halten: Ein Kreis von Freunden produziert „einfach mal so nebenbei“ ein Musical, welches in dieser Form locker nationales, wenn nicht sogar internationales Format erreicht. Es ist einfach unglaublich, so etwas von einer Gruppe Freunden aus Franken aufgeführt zu sehen – es könnte nämlich locker und leicht eine Fernsehproduktion sein! Engagierte Schauspieler, liebevoll gestaltete Kulissen, bezaubernde Kulissen, eine grandiose Band, excellente Tontechnik…. All das steht dem Original in nichts nach – und doch ist diese Produktion einfach einmalig, denn jeden der Darsteller könnten sie auch eines Tages bei ihrem Lieblingsbäcker antreffen. Sprachwitz, Nostalgie und Musik – diesen Abend werden Sie sicher so schnell nicht vergessen…

Im Herbst 1974 brachte Wolfgang Ambros das inzwischen legendäre Album “Der Watzmann ruft” auf den Markt. Das ursprünglich als reines Hörspiel gedachte „Rustikal“ wurde aufgrund des großen Erfolges auch als Bühnenstück konzipiert. 26 Jahre, nachdem er seinen ersten Schrei getan hat, ruft der Berg nun also wieder. Schrecklicher und unheilverkündender als je zuvor, hört man den lauten Schall des “Hollarähdulliöh”, das diesmal durch den Forchheimer Stadtpark dröhnt.
Finster und bedrohlich, gepeitscht von heftigen Stürmen, ziehen schwarze Wolken über den Nachthimmel von Forchheim und sogar die Knechte (u.a der gebürtige Forchheimer Jürgen Weiß als Großknecht), mit Intelligenz nicht gerade gesegnet, wissen sofort, daß der verfluchte Geist nun wieder nach einem Opfer verlangt. Und wer den alten Bauern und seinen vorlauten Sohn (das „Burker“ Original Martin “Kiko” Kiolbassa) beim Mittagstisch um den Suppenlöffel streiten sieht, der ahnt schon, wen er sich diesmal holen will, der Watzmann. Tatsächlich brauen sich finstere Gewitterwolken zusammen: doch es ist kein normaler Sturm, der um den kleinen Bergbauernhof pfeift. Der Geist hat sein Opfer gewählt: Dem Bauern sein Bub ist´s, dem das Grollen des Donners gilt. Aber noch hat er ihn nicht in seinen Klauen. Noch einmal hat des Vaters Flehen genutzt. Oder waren´s doch die Gebete der verängstigten Weiberleut ? Doch die Gehilfen des finsteren Berggeists geben nicht auf, denn der Watzmann hat sich noch jeden geholt, denn der Watzmann ist der Schicksalsberg.
Gerade als beim Dorffest die Musikanten aufspielen, steht sie da - die Gailtalerin. Wie von Geisterhand geführt verbreitet dieses schamlose Weibsstück Laster und Wolllust unter den Dorfbewohnern. Sie verharren wie gelähmt. Doch bevor das erstaunte Bergvolk merkt, welch merkwürdige Dinge hier vor sich gehen, hat er sie schon in seinen Bann gezogen, der Watzmann.

Die Sinnsuche im Leben wird nicht allzu ernst genommen. Gaudi und Spektakel spielen optisch wie musikalisch die Hauptrollen in diesem Stück. Kein Klischee wird ausgelassen und die gesamte alpenländische Kultur wird auf die Schippe genommen.

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