39. Ein malerischer Winkel der alten Stadt zeigt sich auf der Ansichtskarte vom Lohmühlgäßchen um die Jahrhundertwende, das im Namen an das ehemals bedeutsame Gerbergewerbe erinnert, das aber auch dadurch wirtschaftsgeschichtliche Bedeutung erlangte, daß in der bereits 1595 erwähnten Loh­mühle (Schleifmühle) mit dem Fachwerkobergeschoß im Jahre 1894 der Elektriker Ostermann mit einer 5 kW-Dynamo-Maschine das erste elektrische Licht in der Stadt erzeugte. 1895 übernahm die Dynamoanlage der Mühlenbesitzer Georg Hagen und er baute seinen Betrieb zu einem Elektrizitäts­werk aus, das drei Jahre später von der Stadt erworben und schließlich zum Grundstock der öffent­lichen Elektrizitätsversorgung wurde. 1899 konnten dann auch die elektrischen Straßenlampen die seitherigen Gaslaternen ablösen.