30. Die Wiesentstraße hieß in ihrem mittleren Teil Judengasse, wo zwischen 1645 und 1938, bis zur ge­walttätigen Sprengung durch die Nationalsozialisten, die ehemalige Synagoge mit der Judenschule stand. Juden wohnten bereits Ende des 13. Jahrhunderts dahier. Bei der Judenverfolgung 1298 kamen in Forch­heim fünfundachtzig Juden ums Leben. Innerhalb eines Jahrhunderts entwickelte sich eine neue Juden­gemeinde, und um 1407 ist auch eine Synagoge ge­nannt. Einer 1478 einsetzenden neuen Verfolgungs­welle folgte 1499 ein bischöflicher Ausweisungsbefehl, als dessen Folge der uralte Judenfriedhof verfiel. Es dauerte bis gegen Ende des Dreißigjährigen Krieges, ehe sich wieder eine geschlossene Judenniederlassung bilden konnte; die neue gettoartige Judengasse war nunmehr in die Wiesentstraße verlagert.