11. Ein im 18. Jahrhundert aufkommen­der barocker Zeitgeschmack und ein sich zu massiven Steinbauten neigendes Stil­empfinden ließ entweder Sandstein­quaderhäuser ganz neu entstehen oder überlieferte Fachwerkfassaden durch Steinvorblendung oder billigeren Mörtel­verputz den Blicken der Bürgerschaft entziehen. Selbst der Magistrat ging mit der 'Mode' und unterzog solcher Kosme­tik auch sein hübsches Rathaus von 1490 und den angebauten Magistratsbau von 1535, die sich beide dann mindestens zweihundert Jahre lang solche häßliche Tünche gefallen lassen mußten. Da erst um 1895 die Fachwerkfreilegung, am Rathaushauptbau beginnend und von Osten nach Westen im bürgerlichen Be­reich fortschreitend, in Gang kam, zeigt unser Bild von 1880 noch den alten un­schönen Anblick. Es läßt aber ebenso die 1748 gesetzte Lindengruppe erkennen, die dann 1898 der Säge zum Opfer fiel.