Gedanken eines Franken zum Tag des Bieres am 23.04.2006 Es is ja heud scho eigenardich; früher - ich kann mich noch gud erinnern - da hasd an Mondoch, an Diensdoch, an Middwoch usw. ghabd. Und gud wors. Heud, da werd aus an jedm Dooch a Ivend gmachd; mid grosser Schbrüch und Didulierungen. Da hasd den Dooch des Baumes (da kumma dann die Hünd auf ihra Kosdn),an Dooch der wesdausdralischn Wanderkrötn die wu alle Johr von die Audos bladdgfohrn wern alswie die Bfannakuchn und dann von die Äboridschinies aufgfressn wern, an Dooch des Mannes - wora sich aamol im Johr über die Herrschafd über den Dooch der Frau - der wu 365 Dooch dauerd - erhebn kann, und was waas ich ned noch alles für Däch. Wennsd mich frogsd; alles a Gschmarr! Aber an Dooch hamma dann doch, den wo ma gor ned ofd genug feiern kann. Des is der Dooch des Bieres. Und der fälld wie alla Johr auf den 23. Abril. Da had nämlich der bayerische Herzog Willhelm der Vierde vor fasd fünfhunderd Johr des bayerische Reinheidsgebod in Krafd gsedzd. Jawoll! Was heißd, unser Bier werd nur aus gsundn Schdoffn gmachd. Und deswegn wersd aa ganz gwies hunderd Johr, wennsd alla Dooch dei bayrisch-frängisches Bierräuschla hosd. Zumindesd sigsd im Gsichd dann aus wie hunderd Johr. Aber des is uns aa wurschd! Der Dooch muss gfeierd wern - des ganze Johr! In dem Sinn: brosd ihr Sägge! Die Forchheimer Brauereien
haben aufgrund eines frühzeitig betriebenen Hopfenanbaues in und um Forchheim bereits jahrhunderte alte Tradition. Eine seit 1300 in Forchheim ansässige Brauerfamilie zählt zu den ältesten noch bestehenden Familienunternehmen. Bereits 1793 rühmte E. W. Martius Forchheims Bierbrauereien mit den Worten : "Ihr gutes Brod und Bier hat von den Fremden eine solche Schätzung erhalten, daß man beides in die benachbarten Auslande holt und verführt (einführt)". Auch das Journal von und für Franken hebt die Güte und Stärke des Forchheimer Bieres aus den Felsenkellern hervor. 1852 gab es 33 Bierbrauer, darunter 14 mir realem Recht. Heute sind es nur noch vier. Der im Jahre 1802 im Auftrag der Bayerischen Regierung Frankens bereisende Major von Ribaupierre bemerkte von Forchheim u. a. "die ungewöhnlich große Anzahl von Bierhäusern". Kein Wunder, denn in Forchheim zählt das Bier schon lange nicht nur als Genuß- sondern auch als Nahrungsmittel (flüssiges Brot) und "Medizin", denn Bier wirkt sich positiv auf Herz, Kreislauf, sowie auf die Atmungs- und Verdauungsorgane aus. Als Bierspezialität gilt das besonders eingebraute Annafestbier, das bereits vier Wochen vor dem bekannten Volksfest in den tiefen Felsenkellern (Kellerwald) eingelagert wird. Alle Biere der vier Forchheimer Brauereien werden getreu dem Bayerischen Reinheitsgebot von 1516 hergestellt. |