Auch Kaiser Karl bekam eine Maß auf dem Annafest
5000 Mitwirkende beim historischen Umzug durch die Stadt — Zuschauer waren von dem Spektakel begeistert
Im Jahr, als der König kam . . . Ganz Forchheim war am Wochenende auf den Beinen. Vor allem am gestrigen Sonntag gab es in der Fußgängerzone stundenlang kein Durchkommen mehr. Das Annafest lockte. Und obendrein ein kilometerlanger Festzug, ein einmaliges Schauspiel mit vielen historischen Szenen. Immerhin ist die Stadt 1200 Jahre alt geworden, der Heimatverein stellte große Teile des nur alle fünf Jahre stattfindenden Spektakels ganz auf das Ereignis ab.
„Seid gegrüßt, mein Volk“, winkte der Kaiser huldvoll mit der rechten Hand in die Menge, die am Bächla saß und dem Herrscher freudig applaudierte. Es war der Karolingerfürst Karl der Große, der 805 in dem heutigen französischen Städtchen Thionville (damals Diedenhofen) ein Gesetz (Kapitular) erließ, in dem Forchheim zum ersten Male erwähnt wurde.
Der Kaiser, im achten und neunten Jahrhundert der mächtigste Mann der alten Welt, war bei diesem Historien-Spektakel jedoch nicht allein. Hinter ihm schritten noch ein König und ein Kirchenfürst mit ihrem Hofstaat. Aber sie standen nicht für die glanzvolle Zeit der Stadt. Unter dem Zepter des in Franken viel verehrten Heinrich II. wurde Forchheim schon gleich zu Beginn des 11. Jahrhunderts wieder ins Dunkel der Geschichte gedrängt.
Zweieinhalb Stunden lang wälzte sich der vier Kilometer lange Festzug durch die Stadt. Als die Schützen, zwei Dutzend Abordnungen, im Kellerwald eintrafen, wartete die Hälfte der Mitwirkenden noch auf dem Ausstellungsplatz an der Hafenstraße auf das Signal zum Abmarsch.
Bis zu 5000 Akteure beteiligten sich an diesem Riesenspektakel, bei dem über 20 Musikkapellen den Ton angaben. Darunter auch historische Spielmannszüge aus Ansbach und Freising, Stadtkapellen aus Erlangen, Coburg und Bamberg. Ebenso Dudelsackpfeifer und prächtig herausgeputzte Musikanten aus Tirol.
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